Selbstbestimmt und individuell leben: Pflege-WGs liegen im Trend

Steigende Nachfrage auch im Landkreis Rastatt

Das Zusammenleben bietet für Pflegebedürftige einige Vorteile, man muss aber auch manches beachten. Symbolfoto: giselaatje / pixabay

Damit Menschen auch im Alter, bei Pflegebedürftigkeit oder sonstigen Beeinträchtigungen selbstbestimmt und individuell in kleinen Wohngemeinschaften leben können, hat das Land Baden-Württemberg mit dem Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz vor fünf Jahren eine rechtliche Basis geschaffen und neuen Wohnformen den Weg geebnet.

Die Fachstelle für ambulant unterstützte Wohnformen zählte zum Ende des vergangenen Jahres 370 ambulant betreute Wohngemeinschaften in Baden-Württemberg. „Auch im Landkreis Rastatt hat sich diese Wohnform bereits etabliert und die Nachfrage steigt weiter“, berichtet Vera Unser, die Leiterin der Heimaufsicht im Landratsamt Rastatt. „Es gibt im Landkreis bereits drei Wohngemeinschaften für Menschen mit Handicap. Fünf weitere WGs mit insgesamt 40 Plätzen sind in Planung. Aber auch Schwerstpflegebedürftige und Beatmungspatienten müssen künftig nicht auf diese Wohnform verzichten. Für sie stehen bereits 24 Plätze in Pflege-WGs zur Verfügung und weitere Standorte sind angedacht.“

Unterschiedliche Grundvoraussetzungen

Die ambulant betreuten Wohngemeinschaften müssen jedoch spezielle bauliche und personelle Grundvoraussetzungen erfüllen. „Es gibt ganz unterschiedliche Vorgaben an die Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige, behinderte Menschen oder Beatmungspatienten“, erklärt Sébastien Oser, Leiter des Amtes für Baurecht, Naturschutz und öffentliche Ordnung. „Grundsätzlich reicht eine Rund-um-die-Uhr Versorgung durch eine Präsenzkraft aus, die keine pflegefachliche Ausbildung nachweisen muss. Jedoch kann bei schwerstpflegebedürftigen Bewohnern eine zusätzliche Pflegefachkraft vor Ort gefordert werden.“

Sébastien Oser: Vorher beim Anbieter informieren!

Die Heimaufsicht begleitet und überprüft auch die Personal- und Versorgungssituation in den Wohngemeinschaften, jedoch sind die Prüfkriterien und der Kontrollturnus weniger festgelegt als in vollstationären Pflegeeinrichtungen. „Man sollte sich daher vor dem Einzug bei dem Anbieter umfassend über das hauswirtschaftliche, Betreuungs- und Pflegeangebot informieren und bei Unklarheiten oder weiteren Fragen unsere Heimaufsicht kontaktieren“, rät Sébastien Oser.

Weitere Informationen erteilt die Heimaufsicht im Landratsamt Rastatt telefonisch unter der Rufnummer 07222 3814149.

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